Vornehme Villa, mit Aussicht übers nächtlich beleuchtete Agram.
Der reiche Lebemann Baron Bogdan gibt für seine Freunde eines seiner
notorisch ausschweifenden Feste. Zugleich feiert man die erfolgreiche
Uraufführung einer pikanten Schlüsselkomödie,
worin die hochgeschätzte Hauptdarstellerin Julia Lella
ihre zwiespältige Liebelei mit dem Grafen Milan Mikulic
bravourös umspielt. Auch hier auf dem Fest versucht sie,
Milans erloschene Leidenschaft erneut anzufachen. Vergebens.
Als Sensation des Abends hat der Hausherr etwas Besonderes vorbereitet.
Unter den liegen gebliebenen Briefen der Vorbesitzerin seiner Villa,
einer alten Fürstin, fand sich ein ungemein reizvolles Porträtfoto.
Es gehört zu den Unterlagen eines Mädchens aus Wien,
das sich um die ausgeschriebene Stelle einer Gesellschafterin bewirbt.
Eben diese Lisa Müller hat Bogdan für heute Abend herbestellt,
vorgeblich als beauftragter Neffe der Fürstin. Munter und arglos
trifft sie ein, ist indes befremdet von der Abwesenheit der Fürstin,
vom Trubel im Haus und erst recht vom aufdringlichen Verhalten des
Pseudo-Neffen. Als Bogdan, bezecht wie die meisten seiner Gäste,
ihr bedrohlich nahe rückt, greift einzig Graf Milan ein.
Energisch nimmt er Lisa unter seinen Schutz. Und ausgerechnet im Auto
seiner vormaligen Geliebten entzieht er das verschreckte Mädchen
dem Milieu, in das sie so gar nicht passt. Wütend reagieren Bogdan wie Julia.
Schlossterrasse auf Graf Milans herrschaftlichem Gut Mikulic in Slawonien.
Heut ist Weinlese, gipfelnd im volkstümlichen Fest der auserkorenen Winzerbräute.
Vor Wochen, nach dem Skandal bei Bogdan, hat Milan Lisa hier bei seiner gräflichen
Mutter untergebracht. Die wechselseitige Zuneigung der beiden Frauen ist deutlich zu spüren.
Tatsächlich schwelt zwischen Lisa und Milan inzwischen mehr als nur Sympathie.
Doch der Graf, sonst ein Draufgänger, hat Hemmungen. Zu alt fühlt er sich
für die Zwanzigjährige. Nachdem Milan Lisa seine schon beendete Geschichte
mit Julia eingestanden hat und, vice versa, sie ihm ihre harmlose Seelenromanze mit einem
zartsinnigen anonymen Jüngling - Leander nannte er sich - im Belvederegarten zu Wien,
stünde dem heiteren Ritual der Winzerbrautschaft, aber auch einer ernsthaften Heirat
nichts im Weg. Doch da kommen drei unerwartete Gäste zum Fest. Einerseits die
rachelüsterne Julia mit ihrem fröhlich hartnäckigen Verehrer Franjo,
andererseits Milans Sohn Nikola, der eigentlich in Wien seinem Studium nachgehen müsste.
Julia improvisiert eine Intrige. Soeben nämlich hat sie herausgefunden: dieser Nikola
ist identisch mit Lisas Jüngling aus dem Belvederegarten. Milan, ohnehin mit seinem Alter hadernd,
gibt die Bahn frei für den Sohn und Lisa, die beide wenig genug füreinander empfinden.
Monate später, in Wien, in der Wohnung von Frau Mitzi Müller, der Mutter Lisas,
einer vormals umjubelten Ballerina. In der geräumigen Behausung hofft Frau Mama
die Früchte ihrer einstigen Tätigkeit gewerblich nutzen zu können. Wie,
das verheißt die Tafel am Haustor. "Akademie für Anstandslehre und moderne Tänze.
Eigene Methode." Doch erscheint vorerst nur eine einzige Elevin. Nett und gelehrig ist
dieses Fräulein Trude, aber neuerdings etwas zerfahren. Denn sie hat, so vertraut sie Lisa an,
einen glühenden, wenngleich rätselhaften anonymen Verehrer. Verzückt preist sie seine
zartsinnigen Gefühlsäußerungen, seit er sie im Belvederegarten angesprochen hat.
Jawohl - jetzt atmet Lisa erleichtert auf -, das muss er sein, ihr wohlvertrauter "Leander".
Treu und sparsam ist er bei seiner bewährten Methode geblieben. Mikulic Senior aber,
der Lisa gesucht und soeben gefunden hat, unter dem Vorwand, endgültig auf sie zu verzichten -
tut daraufhin freudig das Gegenteil. Und lässig gibt er dem Sohn, nun in Sachen Trude,
seinen väterlichen Segen. Egal, ob der seelenvolle Nikola davon Gebrauch machen mag oder nicht.
Auch die Verbitterung der Ex-Geliebten Julia hat sich verflüchtigt. Aufgegangen ist ihr,
was sie lang schon gewittert hat: in ihrem verdrossenen Bewerber Franjo steckt doch weit mehr
als nur ein lachhafter Wurstel.